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Denkschrift im März 2008 veröffentlicht

Herzlich Willkommen !

Als Juniorprofessoren am Institut für Pflanzenbauwissenschaften der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät an der Humboldt-Universität zu Berlin haben wir in den vergangenen Jahren bewegende Diskussionen über die Perspektiven der Agrarwissenschaften erlebt. Basierend auf diesen Erfahrungen haben wir nun eine Denkschrift verfasst, die sich mit den Pflanzenbauwissenschaften als interdisziplinäres Forschungsfeld zwischen den Naturwissenschaften und Humanwissenschaften beschäftigt. Wir hoffen damit einen inhaltlichen Beitrag zur Fortentwicklung des für unsere Gesellschaft so bedeutenden Forschungsgebiets zu leisten.

Direkter Anlass waren zwei Fragen von elementarer Bedeutung, die uns im Zusammenhang mit unserer Berufung im Herbst 2003 gestellt wurden: „Was sind Agrarwissenschaften ? Was haben Agrarwissenschaften überhaupt mit den Wissenschaften zu tun ?“

Auf die erste Frage haben wir umgehend im Frühjahr 2004 mit einem populärwissenschaftlichen Artikel „What is Agricultural Science ?“ in der Zeitschrift Humboldt-Spektrum geantwortet.

Aufgrund ihrer Tragweite hat die Beantwortung der zweiten Frage wesentlich mehr Zeit in Anspruch genommen. Das Ergebnis ist die Denkschrift, die wir Ihnen mit dieser Website zur Kenntnis geben möchten. Sie nimmt keinen Bezug zu den derzeitigen strukturpolitischen Überlegungen und setzt sich auch nicht mit der inhaltlichen Konstellation und den konkreten Aufgaben der Pflanzenbauwissenschaften auseinander. Hierzu hat in jüngster Zeit insbesondere die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Form einer Denkschrift über die Perspektiven der Agrarwissenschaften Stellung bezogen. Weiterhin wurde im Ergebnis einer Arbeitstagung in Halle eine Schrift zu diesem Thema herausgegeben: "Status und Zukunft der Pflanzenbauwissenschaften an den Universitäten. Ergebnisse einer Arbeitstagung am 19. u. 20. März 2001 in Wittenberg. Herausgegeben von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften, o. O. u. o. J. (2001)."

Ziel unserer Bemühungen war vielmehr eine generelle Analyse der Stellung der Pflanzenbauwissenschaften in den Wissenschaften, die sich im Ergebnis der wissenschaftlichen Revolution in die Naturwissenschaften und Humanwissenschaften spalteten und nun wieder aufeinander zubewegen. Wir sehen die Pflanzenbauwissenschaften zukünftig als praxisorientiertes Laboratorium der Grundlagenwissenschaften für die Überprüfung breit angelegter Forschungshypothesen, die sich aus der Vereinigung beider wissenschaflichen Denkrichtungen ergeben und deren gesellschaftliche Relevanz in den kommenden Jahrzehnten beträchtlich zunehmen wird.

In der Denkschrift werden mögliche Formen der Zusammenarbeit mit den benachbarten Lebenswissenschaften aufgezeigt. Wir erheben dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern wollen vor allem eine Diskussion über die inhaltliche Vernetzung zwischen der praxisorientierten Pflanzenbauforschung und den Grundlagenwissenschaften in Gang setzen.

Am Ende unserer Zeit als erste Juniorprofessoren in den deutschen Pflanzenbauwissenschaften haben wir uns erlaubt, losgelöst von strukturpolitischen Überlegungen und gängigen Meinungen unsere Sichtweise über die von einer faszinierenden disziplinären Breite gekennzeichneten Pflanzenbauwissenschaften zu äußern. Unsere Darstellungen sind daher rein subjektiver Natur. Wir hoffen allerdings, mit der Denkschrift einen konstruktiven Beitrag zur Weiterentwicklung der agrarwissenschaftlichen Forschung zu leisten.

Prof. Dr. Matthias Langensiepen und Prof. Dr. Ruprecht Herbst

Berlin im März 2008

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